Lass uns in die Schule gehen.

Autor: Jens K. Carl.
Illustrationen: Jens K. Carl (KI-generiert).
Altersempfehlung: ab 4 Jahren.
Kleine Reihe: Das Waisenkind.
Fortsetzung in: Morgel und die Waldfee.
Antony vom Leinetal, dem treuesten Gefährten
(*1993 – †2012).
Morgel und die Abenteuer in der Waldschule»Ist heute nicht ein wunderschöner Morgen?«, fragt Lehrer Dachs den Waldkobold Morgel, als er den Vorhang vor dem Fenster zurückzieht. »Die Sonne scheint. Es ist warm und trocken. Da kann die Schule wieder losgehen. Endlich!« Der Dachs ist bereits seit vielen Stunden auf, da er vor lauter Aufregung kaum ein Auge zu bekommen hat. Die halbe Nacht saß er am Tisch, bastelte eine neue Landkarte vom Morgelwald und bereitete sich auf die erste Unterrichtsstunde vor. Auch einen Spaziergang um den Komstkochsteich hat er schon unternommen und den Waldkauz Schröder an seinem Ausguck auf der Zaubertanne Albasol besucht. »Da gebe ich dir recht. Draußen ist zauberhaftes Wetter. Lass uns ruhig früher loslaufen. Die Tierkinder haben sich bestimmt schon auf dem Schulplatz eingefunden«, antwortet Morgel. Der Lehrer zieht seine blaue Weste über, klemmt eine braune Aktentasche unter den Arm und hängt sein Monokel um den Hals. Der Waldkobold schnappt sich die Landkarte und zusammen machen sich beide auf den Weg zur Waldschule. Der erste Schultag»Sechs Schulanfänger haben heute Schuleinführung und zwei Tierkinder wollen noch ein zweites Jahr am Unterricht teilnehmen. Also acht insgesamt«, erzählt der Kobold. Tatsächlich stehen schon alle Tierkinder mit ihren Eltern auf dem Schulplatz, der unweit der Dicken Eiche gelegen ist. Gekommen sind die Bache Wilma mit den Frischlingen Ben, Ken und Molli, die Ricke Gertrud mit dem Rehkitz und die beiden Eichhörnchengeschwister Tammy und Yammy. Alle tollen wild umher und freuen sich auf den allerersten Schultag. Die Schule findet allzeit im Freien statt. An einem im Unterholz gut versteckten Platz sind zehn Baumstümpfe im Kreis angeordnet, die als Schulbänke dienen. Neun kleine Stümpfe für die Schulkinder und ein breiter Stumpf als Lehrerpult. Ringsherum stehen allerlei Buchen, deren üppiges Blätterdach Schutz vor Wind und Regen bietet. Ein weiterer Ring aus dicht aneinander stehenden Farnen bewahrt die Schule vor Eindringlingen und fremden Blicken von außen. Der Lehrer Dachs streicht sanft über einen Farnwedel. Wie von Zauberhand geführt, öffnet sich ein schmaler Pfad, welcher den Weg ins Innere der Waldschule freigibt. »Meinen Sie mich, Herr Lehrer? … Noch bin ich ein Frischling und heiße Ken. Doch wenn ich einmal größer bin, werde ich ein Feuerwehrschwein und lösche die gefährlichsten Feuer hier im Wald.« »Jetzt bin ich aber so richtig beeindruckt!«, ist vom Dachs zu hören. »Nun hattet ihr alle euren Spaß. Ich schlage vor, dass wir uns nun dem anstehenden Lehrstoff zuwenden. Zuerst verabschieden wir aber eure lieben Mütter. Auf Wiedersehen! Ich werde gut auf die Kleinen aufpassen.« |

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»So sei es, dann kann es ja losgehen«, freut sich Lehrer Dachs und stellt seine neue hölzerne Landkarte neben dem Lehrerpult auf. »Lasst uns heute darüber sprechen, wo wir hier zu Hause sind. An welchen Stellen ihr im Wald spielen oder spazieren gehen dürft und wohin ihr euch besser nicht verirren solltet. Was für Gefahren hier ringsum lauern könnten und warum ein Leben innerhalb der Gemeinschaft am Komstkochsteich für uns das Allerschönste auf der ganzen Welt ist. Ich habe für euch in den letzten Tagen diese Karte vom Morgelwald gebastelt. Im Anschluss daran behandeln wir dann noch die Giftpilze.«
»Oooch, die ist aber schick«, freut sich Yammy. Der Dachs holt wortreich zur Antwort aus: »Nun, man erzählt sich, dass sich vor langer, langer Zeit ein Mensch, welcher auf einem prächtigen Pferd dahergeritten kam, hier im Wald verirrte. Ihr müsst euch vorstellen, dass der Wald früher ganz anders aussah als heute. Er war dunkel und zum Fürchten … Er war so dicht bewachsen, dass man seine eigene Pfote nicht vor Augen sah. Allerorts streifte gefährliches Getier umher. Zauberer, Hexen und Landstreicher sollen hier ihr Unwesen getrieben haben.« |

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Die düsteren Worte des Dachses lassen den Tierkindern das Blut in den Adern gefrieren. Angst macht sich in ihren Gesichtern breit. Schnell rücken sie dicht aneinander und hören dem Lehrer weiter gespannt zu.
»Es führten dereinst nur sehr schmale Pfade durchs Unterholz und so kam es, dass der Reiter vom Weg abkam. Sein Name war Ludwig der Eiserne. Es war der Thüringer Landgraf. Ein „Hohes Tier“ zu dieser Zeit. So wie unser Herr Morgel heute. Herr Morgel kannte den jungen Grafen sogar höchstpersönlich«, führt der Dachs aus. »Vielleicht möchtest du ja selbst weitererzählen.« »Das kann ich gerne tun«, willigt der Waldkobold ein. »Es ist wahr, ich sah seinerzeit den Landgrafen des Öfteren hier im Wald. Er war damals noch recht jung, als er sich hier allein verirrte. Jedenfalls traf Ludwig völlig erschöpft und unterkühlt auf drei Holzbauern. Sie hießen Emanuel, Hans und Ruprecht. Deren Gesichter waren von der harten Arbeit gezeichnet, die Haare grau und die Rücken krumm. Ihr Lohn war karg und reichte kaum zum Leben, geschweige denn, um sesshaft zu werden. So zogen sie unentwegt durchs Land und boten hier und da ihre Dienste feil. Ihr gesamtes Hab und Gut bestand aus Hector, einem sechzehn Jahre alten Rückepferd, einer Axt, einem Beil und einer Trummsäge. |

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»Komst? Was ist das denn?«, fragt Ben sabbernd und magenknurrend nach. Immerhin hat er seit fast einer Stunde nichts mehr gefressen. »Das ist saurer, mit Kümmel und Dill eingelegter Weißkohl«, antwortet der Dachs. »Heute sagen die Menschen Sauerkraut dazu. Ich persönlich esse so etwas eh nicht. Davon bekommt man Winde und man muss ständig flatulieren.« »Also ich schon!«, wirft Morgel ein. »Komst war damals ein Hochgenuss und ist es noch heute.« »Hahaha!«, lacht Molli laut los. »Sie meinten wohl pupsen? Dann ist Komst doch genau das Richtige für meine Brüder. Die furzen eh andauernd herum.« »Das kann ich nur bestätigen«, ruft Lothar dazwischen und hält sich die Nase zu. »Hier hinten breitet sich schon wieder so eine übel riechende Wolke aus. Pfui!« »Sei nicht so empfindlich!«, gibt Lava dem Fuchs zu verstehen. »Sonst steckst du ja auch überall deine Nase rein.« »Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, was der Teich mit Sauerkraut zu tun hat«, wirft das Rehkitz ein. »Ruhe! Ich bitte um Disziplin. Beruhigt euch wieder!«, beschwichtigt der Dachs. Morgel erzählt weiter: »Die Holzbauern boten ihrem Herrn einen Platz am wärmenden Lagerfeuer an, gaben ihm von ihrer Speise ab und versprachen ihm, ihn sicher zum Reinhardsbrunner Kloster zu geleiten. Ludwig nahm die Hilfe gerne an. Ihm schmeckte das Komst wohl so vorzüglich, dass er den Dreien die umliegenden Wälder, den Teich und die nahe gelegene Wiese zum Geschenk machte. Von dieser Zeit an sprach man nur noch vom Komstkochsteich und von einer Komstkochswiese, welche aber heute wieder bewaldet ist. Zu guter Letzt brachten sie den Landgrafen des Weges und führten ihn aus dem dichten Wald, sodass er unbeschadet ins Kloster gelangte.« »Ich möchte auch so Komst?«, platzt es aus Ken heraus. Schnell ist die Furcht der Freude über die vielen schmackhaften Leckereien gewichen. Sie sind überglücklich, so rasch etwas Neues gelernt zu haben. Paschinka, der puschelige FindlingAls die Tierkinder eines Tages zusammen mit dem Lehrer Dachs unweit der Siebenbuchenbank Bucheckern, Eicheln und allerlei Waldfrüchte für den Unterricht sammeln, begegnet ihnen Antony vom Leinetal, ein West Highland White Terrier. »Hallo, Antony!«, begrüßt ihn der Lehrer. »Warst du wieder in der Menschensiedlung unterwegs?« Plötzlich spitzt Antony seine Ohren. Aus dem nahegelegenen Dickicht ist das leise Winseln eines Tieres zu hören. Es klingt so, als wäre es verletzt und in Not. »Hörst du das auch?«, fragt Antony. |

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»Was ist dir zugestoßen und wie kommst du hierher?«, fragt der Dachs nach. »Der junge Herr Tim war mit mir Gassi gegangen. Dann folgten uns zwei andere Buben, die mit Tim Fangen spielten. Mich hat er so lange hier versteckt. Nun warte ich seither, dass mein Herrchen zurückkommt«, berichtet Paschinka aufgeregt. »Wie lange ist das denn her?«, fragt Antony. Wieder bricht der kleine Hund in Tränen aus und antwortet: »Ich warte hier bereits die ganze Nacht.« »Schon seit gestern? Wie kann man dich nur vergessen?«, fragt das Rehkitz erstaunt in die Runde und fügt hinzu: »Was machen wir nun mit ihm? Wir können ihn doch nicht sich selbst überlassen.« »Lasst mich nicht allein!«, fleht der Welpe das Kitz an. »Purrs, purrs!«, beruhigt der Dachs den Kleinen und löst die Leine vom Baum. »Du musst keine Angst haben. Wir kümmern uns um dich. Das Beste wird sein, Herr Antony bringt dich zu Herrn Morgel in die Wurzelhöhle. Der weiß sicher, was in einem solchen Fall zu tun ist.« »Das wollte ich auch gerade vorschlagen. Dann mache ich mich gleich auf den Weg. Ade und viel Spaß euch allen. Wuff!«, bellt Antony und schnappt Paschinka sanft am Nacken, um ihn vor sich herzutragen. »Och! Wir wollen auch mit zu Herrn Morgel«, rufen Tammy und Yammy Antony hinterher. Sodann machen sich alle gemeinsam auf den Weg zur Hohen Wurzel. »Was macht ihr denn hier?«, ruft Morgel der Schulklasse entgegen, als diese lärmend an der Höhle ankommt. »Ich denke, ihr seid heute an der Siebenbuchenbank wandern und sammelt Beeren und Früchte.« Tim und der MorgelschwurStundenlang hat Antony vergebens in der Siedlung nach diesem Tim gesucht. Er ist alle Straßen und Plätze abgelaufen, hat an der Kaufhalle vorbeigeschaut und war auch an der Menschenschule und am Kindergarten unterwegs. Auf dem Rückweg steigt dem Terrier dann doch noch Paschinkas Fährte in die Nase. Ein kleiner Menschenjunge flitzt hastig auf einem Fahrrad an der Siebenbuchenbank auf und ab und ruft unentwegt den Namen Paschinka. »Dachs, Dachs!«, ruft Antony. »Ich habe diesen Tim gefunden, der unseren Paschinka ausgesetzt hat.« Die vier machen sich auf den Weg ins Birkenwäldchen. Als sie dort ankommen, teilen sie sich in alle vier Richtungen auf und pirschen langsam und leise an Tim heran. |

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»Tim, wie kannst du den Paschinka hier allein zurücklassen?«, fragt Lothar aus dem Dickicht heraus. »Tim, wie kannst du den Paschinka fast verdursten lassen?«, fügt Lava noch hinzu. Der Junge erschrickt. »Wer spricht denn da? Wo ist mein lieber Paschinka denn hin?«, fragt er verwundert. »Tim, warum hast du den Paschinka hier ausgesetzt?«, möchte der Dachs wissen. »Seid ihr Geister? Wer seid ihr? Das war doch keine Absicht. Ich bin doch krank gewesen. Ihr macht mir Angst!«, fleht der Junge die Unsichtbaren an. »Wo ist nur mein Paschinka hin?« »Was hattest du für eine Krankheit?«, fragt Antony nach. »Ich war unterzuckert und bin daher wohl in Ohnmacht gefallen, sagte die Ärztin«, antwortet Tim und dreht sich im Kreis, um die Geister zu entdecken. »Wer möchte das wissen? Zeigt euch endlich!« »Unterzuckert? Das habe ich ja noch nie gehört. Was soll das denn für ein Leiden sein?«, fragt der Fuchs nach. »Du veräppelst uns doch nur. Hier im Wald gibt es reichlich süße Früchte zum Naschen.« »Genug!«, ruft Antony. »Es reicht!« Er gibt Lava, dem Dachs und Lothar ein Zeichen, dass sie sich zurückziehen sollen. Im selben Moment tritt der Terrier aus dem Gebüsch hervor, läuft auf Tim zu und spricht: »Sei nicht traurig. Dein Paschinka ist in Sicherheit. Es geht ihm gut.« Tim erschrickt abermals. »Du bist nicht mein Paschinka. Der ist viel kleiner. Wer bist du? Wieso kannst du sprechen?« »Nein, ich bin nicht Paschinka. Mein Name ist Antony vom Leinetal. Ich bin ein Zauberhund.« Tim reibt sich die Augen. »Wie bitte? Ich verstehe nicht. Ich glaube, ich träume.« |

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»Du träumst nicht. Wie gesagt, deinem Paschinka geht es gut«, beruhigt Antony den Jungen. »Setz dich und lass uns reden!« Tim geht auf die Knie und erzählt: »Die ganze Nacht habe ich an Paschinka denken müssen und gehofft, dass ihm nichts Schlimmes passiert ist.« »Wieso hast du ihn hier zurückgelassen?«, fragt Antony. »Ich hatte am Tag zuvor viel zu wenig gegessen und getrunken. Beim Herumtollen mit den anderen Jungs ist mir dann plötzlich übel geworden und man hat mich schnell ins Krankenhaus gebracht. Die Doktorin verordnete mir Bettruhe, und so konnte ich die ganze Nacht nicht nach Hause und auch nicht nach Paschinka suchen.« »Es war also keine Absicht von dir, den Hund hier auszusetzen und ihn sich selbst zu überlassen«, stellt Antony fest. »Stimmt das?« »Genau! Niemals würde ich meinem lieben Paschinka so etwas antun wollen. Ich habe ihn doch erst vor dem Ertrinken gerettet«, antwortet Tim. »Warum sollte ich ihn dann heute aussetzen?« »Wie, du hast ihn gerettet?«, möchte Antony genauer wissen. »Vor ein paar Tagen zog ich einen Sack aus dem Bach. Er war fest zugeschnürt und irgendetwas zuckte darin. Ich fand vier kleine Welpen vor, einer davon lebte. Ich nahm ihn mit nach Hause.« »Wow!«, ist Antony erstaunt. »Das war ja eine lobenswerte Tat von dir. Gut, dann bist du ja ein richtiger Held.« »Wann kann ich denn nun meinen Paschinka wiederhaben?«, möchte Tim wissen. »Ich will ihn sehen. Wo habt ihr ihn versteckt?« »Dein Hund ist an einem sicheren Ort, dort fehlt es ihm an nichts«, beruhigt ihn Antony. »Er war sehr verängstigt, als ich ihn fand. Davon muss er sich nun erst noch erholen. Der Weg ist weit dorthin, wo Paschinka jetzt ist. Es wäre bereits Nacht, ehe wir da sind.« »Aber er gehört doch jetzt mir«, widerspricht der Junge. »Nun ja, der kleine Hund ist viel zu früh von seiner Mutti getrennt worden. Er hätte von ihr noch eine Menge lernen müssen. Das lernt er nun am besten unter seinesgleichen, also bei meinen Freunden und mir. Ich werde erst einmal die Rolle der Pflegeeltern übernehmen. In ein paar Wochen kannst du ihn dann zurückhaben«, gibt Antony zu verstehen. »Fahre nun besser nach Hause und komme morgen Nachmittag wieder hierher. Dann wirst du ihn sehen können.« »Gut, ja, das werde ich«, stimmt Tim zu. »Sprich aber mit niemandem über das Erlebte hier. Dieses Treffen ist unser Geheimnis. Nur dann wirst du in der Lage sein, Paschinka und mich wiederzusehen«, erbittet Antony von dem Jungen. »Das musst du mir schwören!« »Ich verspreche es dir!«, sagt Tim zu. »Ein Versprechen reicht nicht. Du musst es richtig schwören, mit einem richtigen Zauberschwur, einem Morgelschwur am besten!«, verlangt Antony. »Einem Morgelschwur? Wie lautet der?«, fragt Tim. »Höre erst einmal gut zu und sprich mir dann nach: ›Ich schwöre beim Morgel, niemandem von diesem Treffen und von einem Zauberhund zu berichten, andernfalls sehe ich Paschinka nie wieder!‹ Dabei hebst du die linke Hand«, fordert Antony ihn auf. |

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Der Junge wiederholt den Schwur und folgt den Anweisungen des Terriers: »Ich schwöre beim Morgel, niemandem von diesem Treffen und von einem Zauberhund zu berichten, andernfalls sehe ich Paschinka nie wieder!« »Das hast du gut gemacht. Halte dich an den Schwur und fahre nun nach Hause«, empfiehlt Antony. »Was ist ein Morgel?«, möchte Tim wissen. »Ein Morgel ist …«, schnell noch überlegt sich der Zauberhund eine Ausrede, »ein Pilz! Hast du noch nie etwas von Morcheln gehört?« »Ich habe auf eine Morchel geschworen?«, fragt Tim verblüfft nach. Als der Junge sich umschaut, ist der Zauberhund verschwunden, so, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Der hat wohl nicht mehr alle Latten am Zaun, denkt sich Tim, schnappt sein Rad und fährt verwirrt davon. Neue Freunde und ein sicheres Heim für PaschinkaDer kleine Paschinka hat sich unterdessen tüchtig den Bauch vollgeschlagen. So viel wie heute wurde ihm noch nie auf einmal aufgetischt. Wie zu erwarten war, ist der kleine Findling an diesem Abend das Gesprächsthema Nummer 1 unter den Mitbewohnern der Wurzelhöhle. »Das wirft natürlich ein ganz anderes Licht auf den Jungen«, stellt Morgel fest. »So ein Lümmel, wie wir anfangs dachten, scheint er nicht zu sein. Wir werden also abwarten, wie sich die Sache entwickelt und ob Tim das Geheimnis um den Zauberhund für sich behalten kann. Besteht er diese Prüfung, können wir darüber nachdenken, ob Paschinka wieder zu ihm zurückkehren kann. Aber nur, wenn unser Paschinka das auch will.« Ende! Ob Paschinka in der Gemeinschaft seinen Platz findet, was dem jungen Tim tatsächlich widerfahren ist, wem Tim unverhofft begegnet und ob er seinen Hundewelpen jemals wiedersehen wird, erfährst Du in der nächsten Geschichte. Bleib voller Neugier! |
Kleine Reihe: Das Waisenkind.
Fortsetzung in: Morgel und die Waldfee.
Erfahre mehr über die Morgel-Lieder aus den Morgelgeschichten.
Erfahre mehr über die Figuren, Dinge und Orte in den Morgelgeschichten.
Erfahre mehr über die Zaubersprüche in den Morgelgeschichten.
Erfahre mehr über den Autor und Illustrator der Morgelgeschichten.
Überarbeitung des Textes und Neugestaltung der Illustrationen am 14.07.2025.

Rund um die Morgelgeschichten:








Pingback:Episode 2: Morgel und die Abenteuer in der Waldschule – Edition Märchenhaftes Thüringen
Morgel und die Abenteuer in der Waldschule entführen Jung und Alt auf eine liebevolle Entdeckungstour durch den Thüringer Wald. Im Mittelpunkt steht das aufgeregte Rehkitz, das seinen ersten Schultag bei Dachs an der dicken Eiche erlebt und zusammen mit den Tierkindern der Gemeinschaft am Komstkochsteich auf Wanderschaft geht. Auf ihrer Tour begegnen sie dem aufgeweckten Terrier Antony vom Leinetal und stoßen auf das geheimnisvolle Findelkind Paschinka – eine Begegnung, die in eine herzerwärmende Odyssee rund um das Menschenkind Tim führt.
Autor Jens K. Carl verknüpft kindgerechten Humor mit einer sanften Botschaft zur Vielfalt und Freundschaft. Die zauberhaften, farbigen Illustrationen und die liebevoll gezeichnete Umgebungskarte machen dieses kurze eBook zu einem frischen Lesevergnügen – ideal für Vorlesestunden oder als Einstieg in die magische Welt der Morgelgeschichten.
Wunderbar für unsere Enkelkinder, zum Vorlesen und Selberlesen, Dankeschön!
Die Geschichte „Morgel und die Abenteuer in der Waldschule“ von Jens K. Carl entführt die Leser in eine zauberhafte Welt voller Fantasie und lehrreicher Erlebnisse. Im Mittelpunkt steht der Welpe Paschinka, ein liebenswerter Charakter und sein Herrchen Tim. Die Handlung dreht sich um Freundschaft, Wohlverhalten, den Wert von Wissen und das Überwinden von Herausforderungen, was sie nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene inspirierend macht.
Carls Schreibstil zeichnet sich durch eine lebendige und detailreiche Erzählweise aus, die es den Lesern ermöglicht, vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Die Figuren sind authentisch und liebenswert, sodass Kinder sich leicht mit ihnen identifizieren können. Seine humorvollen und charmanten Dialoge sowie die einfühlsamen Beschreibungen der magischen Waldwelt schaffen eine Atmosphäre, die sowohl junge als auch ältere Leser begeistert.
Das Buch endet in einer Weise, die den Leser neugierig macht auf die Fortsetzung, „Morgel und die Waldfee“. Hier wird Tims Geschichte vertieft und magische Begegnungen versprechen, die zauberhafte Welt weiter auszubauen.
„Morgel und die Abenteuer in der Waldschule“ ist eine herzliche und fantasievolle Geschichte, die sich perfekt zum Vorlesen für Eltern und deren Kinder eignet, aber auch zum selbstständigen Lesen für Grundschüler eine tolle Wahl ist. Durch die lehrreichen Botschaften und die fantasievolle Handlung ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch pädagogisch wertvoll. Besonders empfehlenswert für alle, die Geschichten voller Magie, Abenteuer und Wärme lieben, und ideal für diejenigen, die direkt zur Fortsetzung greifen möchten, um tiefer in Morgels Welt einzutauchen!
Lieblich und modern.
Ein wirklich schönes, modernes Märchen. Es ist einfach geschrieben. Verschiedene Themen werden behandelt: das Aussetzen von Hunden, das Mobben eines Kindes im Kinderheim und etwas Sagenhaftes rund um die Region im Thüringer Wald.
Keine Schlachten, kein Blut, keine Intrigen.
Einfach nur eine friedliche, heile Welt, die der Autor nach eigenen Angaben mit dem Ort Komstkochsteich verbindet. Wer also eine friedliche und heile Welt sucht, die oder der wird sie dort finden. Den Teich gibt es wirklich. Er liegt unweit der Ortschaften Bad Tabarz, Friedrichroda und Waltershausen am Rande des nördlichen Thüringer Waldes zwischen Gotha und Eisenach. Ich selbst war noch nie dort, aber das werde ich alsbald nachholen.
Mir sind beim Lesen in der Tat wunderschöne Bilder im Kopf entstanden. Dem Autor ist es gelungen, einfühlsame Beschreibungen der Landschaft und der Figuren zu liefern. Die Dialoge zwischen den Akteuren sind fast Trickfilmreif. Die Sprache ist einfach gehalten und folgt keinen kindlich-jugendlichen Trends. Auf Anglizismen wurde verzichtet.
Ich habe mir allerdings erlaubt, erst Teil 3 der Morgelgeschichten zu lesen, bevor ich mir Teil 2 zu Gemüte geführt habe. Damit habe ich allerdings den Spannungsbogen, der sich ab der zweiten Hälfte des zweiten Teiles aufbaut und dann in der nächsten Morgelgeschichte seinen Höhepunkt findet, etwas abgeflacht. Die Handlung beider Teile wird durch einen Perspektivwechsel deutlicher.
Gut gemacht!
Lieber Jens.
Das ist eine wirklich schöne Geschichte. Ich freue mich schon auf die Nächste. Weiter so! 5 Sterne von mir.