Morgel und die Abenteuer mit der Huschi-Husch (Episode 7 der Morgelgeschichten)

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Die Morgelgeschichten - Das Cover von Morgel und die Abenteuer mit der Huschi-Husch
Im stürmischen Morgelwald steckt die kleine Waldbahn Huschi-Husch fest, umgeben von Regen, Ästen und besorgten Waldbewohnern. Kobold Morgel und seine Freunde eilen zu Hilfe und schmieden einen Plan, bei dem jeder, ob Pfote, Flügel oder Wurzel, mit anpackt. Ein geheimnisvoller blinder Passagier verändert die Stimmung von Sorge zu Zuversicht. Mit Magie, Mut und Teamgeist gelingt die Rettung und die Bahn rollt wieder durch herbstgoldene Lichtungen. Zurück bleibt das leise Wissen: Gemeinsam tragen sich selbst die schwersten Wege leichter.


Bildinhalt: Morgelgeschichte 7 - Morgel und die Abenteuer mit der Huschi-Husch - Das Titelbild zeigt die Huschi-Husch zusammen mit einem blinden Passagier bei schönstem Sonnenschein. Lass dich überraschen, was so alles in dieser Zauberbahn steckt.

Autor: Jens K. Carl
Illustrationen: Jens K. Carl.
Altersempfehlung: ab 5 Jahren.

Im Gedenken an:
Bruno Heinz Carl, meinem lieben Vater
(*1929 – †2013).

Leseprobe:

Morgel und die Abenteuer mit der Huschi-Husch

Brausend und tosend zieht an diesem Herbsttag ein heftiger Sturm über den Morgelwald hinweg. Tiefschwarze Wolken verdunkeln das thüringische Land.
Wie an einem Bindfaden aufgereiht, prasseln Regentropfen auf den Waldboden hernieder. Hier und da wechselt sich der Regen mit faustgroßen Hagelkörnern ab und es scheint so, als würde das Wasser des Komstkochsteiches köcheln.
Laub, Zweige und Äste, sogar ganze Büsche fliegen umher. Die Bäume knarren und krächzen. Ihre Kronen wiegen sich vereint im Rhythmus der Windböen hin und her.
Grelle Blitze erhellen zischend den Nachthimmel und dumpfes Donnergrollen lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Ob Tier, ob Mensch. Wer kann, hat sich längst in seine Behausung zurückgezogen, um am wohlig warmen Kachelofen und bei einer Tasse duftendem Kräutertee das Ende dieses abscheulichen Unwetters abzuwarten.

Eine waghalsige Fahrt

Aus der Ferne ist zu hören, wie sich eine Huschi-Husch quietschend und jaulend ihren vorbestimmten Weg durch das Tal bahnt. Mit Mühe kämpft das schwere Gefährt gegen die gewaltigen Böen, die ihr entgegenblasen, an. Immer dann, wenn die Metallräder auf den glitschigen, vom Laub bedeckten, Schienen durchzudrehen drohen, heulen die Triebwerksmotoren gauksend auf. Es zischt und blitzt, wenn der Stromabnehmer kurzzeitig den Kontakt zur Oberleitung verliert. Die Lichter im Fahrgastraum erlöschen dann hin und wieder, als wollten der Waggon einen Hilferuf aussenden.

Plötzlich ein Knall. Laut wie ein Peitschenschlag. Ein dumpfes Grollen. Metall kreischt und berstet. Dann ist Stille. Mucksmäuschenstille.

Bildinhalt: Morgelgeschichte 7 - Morgel und die Abenteuer mit der Huschi-Husch -  Das Bild zeigt, wie die Huschi-Husch auf ihrem beschwerlichen Weg durch den Morgelwald auf einen umgestürzten Birkenbaumstamm auffährt und entgleist. Das Oberleitungskabel reißt und flattert funkensprühend auf dem nassen Gleisbett umher. Die Bahn ist in Ohnmacht gefallen.

Trotz des Unwetters harrt Schröder, der Waldkauz, so wie jede Nacht im dichten Geäst Albasols aus und hält Wache über den Morgelwald.
»Hoppla, was war das denn?«, schreckt er laut fragend auf. Das kann mitnichten ein Wetterleuchten oder gar ein Donnerknall gewesen sein, schießt es dem Kauz durch den Kopf. Da muss etwas Schlimmes passiert sein.
Geschwind lässt sich Schröder zur Wurzelhöhle hinabgleiten. Hastig und durchnässt kracht der Vogel blindlings gegen die Tür zur Höhle.

»Wacht auf, wacht auf! Kuwitt, kuwitt! Etwas Schlimmes ist passiert. Lasst mich rein!«, schreit er unentwegt. »Macht auf! Lasst mich rein!«
»Was ist das für ein Geschrei?«, fragt Kreuzspinne Esmeralda, die sich gerade an einem seidenen Faden von der Decke abseilt, um ihr geflicktes Spinnennetz in Augenschein nehmen zu können. »Es ist mitten in der Nacht. Du weckst noch all die anderen auf.«
»Habt ihr denn nicht den Knall gehört? Da unten im Tal hat es einen lauten Bums gegeben«, antwortet Schröder.
»Einen Bums? Du hast wohl schlecht geträumt. Das war sicher nur ein Donnergrollen«, winkt Esmeralda ab.

Von dem Gepolter und dem Geschrei sind der kleine Bär Dinco, die Ricke Gertrud und der Welpe Paschinka aus dem Schlaf erwacht. Während der kleine Hund sich ängstlich unter dem Bett verkriecht, öffnet Dinco die Tür und lässt Schröder eintreten. »Guten Abend, Herr Waldkauz. Was hat denn gebumst? Hopphopp!«, fragt der kleine Bär.
»Guten Abend, liebe Leute. Ich hoffe, ich habe euch nicht erschreckt. Der Bums hat sich so angehört, als wäre etwas mit der Huschi-Husch passiert«, antwortet Schröder und fügt mit seinen Flügeln gestikulierend hinzu: »Ich sah einen grellen Lichtblitz am Himmel und ich hörte es zischen und kreischen und einen merkwürdigen Bums. Vielleicht benötigt man dort unsere Hilfe?«
»Bei diesem Schmuddelwetter?«, murmelt Morgel, der Waldkobold, vor sich hin, als auch er erwacht und aus seiner Kammer herangeschlurft kommt. Er tritt vor die Tür der Wurzelhöhle und rekelt genüsslich alle viere von sich. »Da werden wir ja klatschnass. Bereiten wir diesem Spukwetter doch erst einmal ein Ende.« Er zieht sogleich seinen Zauberstab aus dem Morgenmantel hervor und schickt damit einen Lichtblitz gen Himmel und beschwört: »Donnerschlag und Posaunengeschmetter, aus ist’s mit dem Schmuddelwetter!«

Unversehens hört es auf zu schütten, so, als hätte man die Regenbindfäden mit einer Schere abgetrennt. Nur ein leichter Nieselregen fällt noch vom Himmel. Auch der heftige Wind legt sich sogleich. Die Wolkendecke reißt auf und macht den Weg für das Licht des Mondes und der Sterne frei.
»So ist es besser, mein lieber Schröder. Ich schlage vor, du fliegst nun die Strecke im Tal ab, damit wir wissen, ob wirklich etwas geschehen ist und wie und wo wir helfen können.«

Kaum hatte der Kobold ausgesprochen, fliegt der Waldkauz los. Ein paar kurze Schläge mit seinen breiten Schwingen und schon ist er hinter den Wipfeln der Bäume verschwunden. Im Gleitflug sucht er die nahegelegenen Bahnstrecken und die Landstraße im Tal ab. Trotz Dunkelheit vermag seinem scharfen Blick nichts zu entgehen.

Ganz in der Nähe der Steilwand sieht Schröder ein Stromkabel blitzend und funkenschlagend auf dem nassen Schotter umherhüpfen. Vorsichtig nähert er sich dem Eisengefährt an. Ihm fällt auf, dass ein umgestürzter Baum quer über den Schienen liegt. Seine Äste haben eine ältliche Huschi-Husch zum Entgleisen gebracht und nun hängt sie halb schräg im Gleisbett. Einige Scheiben der Bahn sind geborsten. Gespenstige Ruhe herrscht darin. …

Ende der Leseprobe!

Weitere Kapitel:

  • Eine verblüffende Rettungsaktion
  • Ein munterer Ausflug

Überarbeitung des Textes und Neugestaltung der Illustrationen am 16.08.2025.

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2 Kommentare:

  1. Pingback:Episode 7: Morgel und die Abenteuer mit der Huschi-Husch – Edition Märchenhaftes Thüringen

  2. Ich kann mich noch gut erinnern als ich als Bub mit der alten Rumpel in Waltershausen zur Schule gefahren bin. Durch die Geschichte konnte ich auf die gute alte Zeit zurückblicken.

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