Morgel und die eitle Albasol (Episode 5 der Morgelgeschichten)

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Bildinhalt: Morgelgeschichte 5 - Morgel und die eitle Albasol (Ein Weihnachtsmärchen) - Das Bild zeigt Albasol als Weihnachtsbaum auf dem Waltershäuser Marktplatz. Rundherum stehen weihnachtlich geschmückte Hütten und ein Pfefferkuchenhaus. Im Vordergrund bauen Kinder einen Schneemann und im Hintergrund ist das altehrwürdige Rathaus im Fachwerkstil zu sehen.

Autor: Jens K. Carl.
Illustrationen: Jens K. Carl (KI-generiert unter Zuhilfenahme von Microsoft Copilot Pro).
Altersempfehlung: ab 4 Jahren
.

Mein Dank gilt:
Mike H. Raimann,
dem Burgvogt auf Schloss Tenneberg zu Waltershausen.

Was erwartet Dich:

„Morgel und die eitle Albasol“ beginnt in einer stillen Winternacht am Komstkochsteich, wo Schnee wie Puderzucker auf den Ästen liegt und der Wald in eine märchenhafte Ruhe getaucht ist. Die Tiere haben sich in ihre Behausungen zurückgezogen, und selbst die Zaubertannen Albamon und Albasol tragen die weiße Last mit stolzer Würde. Ihre Wurzeln reichen tief in die Erde, ihre Magie schützt die Wurzelhöhle des Waldkobolds Morgel – bis ein unheilvoller Schatten durch den Wald zieht.

Ein dröhnendes Ungetüm, das aussieht wie ein eiserner Riesenkrake, greift nach Albasol. Mit kreischendem Surren wird die uralte Zaubertanne gefällt und aus dem Wald verschleppt. Der Waldkauz Schröder, der alles beobachtet, ist wie vom Blitz getroffen. Der Zauberbann ist gebrochen – und mit ihm die Sicherheit der Gemeinschaft am Komstkochsteich.

Die Tiere sind erschüttert. Was ist geschehen? Warum wurde Albasol geraubt? Und wohin wurde sie gebracht? Morgel und seine Freunde – darunter der kluge Specht Gunther, die Eichhörnchenbrüder Tammy und Yammy, Spatz Fridolin und Lehrer Dachs – machen sich auf, das Rätsel zu lösen. Ihre Spur führt sie in die Menschenwelt, auf einen festlich geschmückten Weihnachtsmarkt, wo Albasol nun als prachtvoller Weihnachtsbaum thront – bewundert, bestaunt und doch innerlich zerrissen.

Denn Albasol, stolz und eitel, beginnt sich in ihrer neuen Rolle zu gefallen. Glitzer, Lichter und Lob schmeicheln ihrem Wesen, und sie vergisst beinahe, woher sie stammt. Doch die Gemeinschaft des Waldes gibt nicht auf. Mit List, Magie und einem Hauch von Zauberklebstoff schmieden sie einen Plan, um Albasol zurückzuholen – und ihr Herz zu erinnern.

Die Geschichte entfaltet sich wie ein Wintermärchen: voller Wärme, Witz und Weisheit. Sie erzählt von Eitelkeit und Erkenntnis, von Freundschaft und Vergebung, und davon, dass wahre Schönheit nicht im Glanz der Lichter liegt, sondern in der Tiefe der Wurzeln.

„Morgel und die eitle Albasol“ ist ein poetisches Weihnachtsmärchen, das die Magie des Waldes mit der Welt der Menschen verbindet. Die märchenhaften Illustrationen und die Kulisse des Waltershäuser Weihnachtsmarktes verleihen der Geschichte eine besondere Atmosphäre – festlich, geheimnisvoll und berührend.

Leseprobe:

Morgel und die eitle Albasol

Es ist Winter geworden. Schnee ist gefallen. Die Bäume und Sträucher ringsumher sehen aus, als wären sie mit Puderzucker bestreut. Der Komstkochsteich ist von einer dicken Eisdecke bedeckt, auf der die Menschenkinder tagsüber und die Tiere des Waldes des Nachts Schlittschuhlaufen. Allerorts knistert, knackt und knarrt es vor Kälte. Das Leben scheint stillzustehen und es ist, als sei eine wundersame Ruhe eingekehrt.
Hin und wieder stapfen ein Fuchs, ein Reh, eine Rotte Wildschweine oder auch mal ein Waldhase durch den Schnee und suchen nach Essbarem. Die meisten Tiere haben sich wie jedes Jahr zur Winterruhe in ihre Behausungen zurückgezogen und zehren dort von ihren Futtervorräten.

Auch die beiden Weißtannen, die mit ihrem Zauber den Blick auf die Wurzelhöhle verhindern, sind von oben bis unten mit der weißen Pracht überzogen. Ihre Äste und Zweige stöhnen unter der schweren Last. Jedoch lassen sie sich dies nicht anmerken, denn die beiden sind stolz darauf, hier im Wald die ältesten, größten und schönsten Zaubertannen zu sein.
Die eine Zaubertanne trägt den Namen Albasol, da sie sich mehr der Sonne verbunden fühlt. Die andere mehr dem Mond. Daher nennt man sie Albamon.
Ihre Wurzeln reichen tief in den Waldboden hinein, bis hinunter zu den Kalksteinschichten, die einst die Thüringer Berge formten. Über ihre Wurzeläste sind die beiden Bäume seit Jahrhunderten inniglich miteinander verbunden. Die eine Weißtanne kann ohne die andere nicht sein.

Albasols Unheil naht

Wie jede Nacht macht es sich Schröder, der Waldkauz, im dichten Geäst Albasols bequem. Von dort aus hält er Ausschau und wacht über den umliegenden Morgelwald.
Just an diesem Abend überkommt ihn eine sonderbare Müdigkeit und er döst fortwährend ein.

Plötzlich rumpelt es und der ganze Baum erzittert. Alte, verdorrte Äste und Zweige brechen und treffen Schröder an dessen rechtem Flügel. Nur mit Mühe kann er sich aus dem Geäst befreien und fliegt mit weit ausgebreiteten Schwingen hoch hinauf in den Nachthimmel, um zu schauen, was da Unheimliches geschieht.

Bildinhalt: Morgelgeschichte 5 - Morgel und die eitle Albasol - Das Bild zeigt, wie der Waldkauz Schröder von hoch oben vom Himmel aus zusehen muss, wie eine Holzernte-Maschine Albasol absägt und abtransportiert. Unzählige Holzhauer in orangefarbener Arbeitskleidung und Helmen wuseln um den Baum herum. Zurück bleiben ein funkensprühender Baumstumpf und ein zerfetztes Zauberband.

Ein riesiges, dröhnendes Ungetüm macht sich am Stamm von Albasol zu schaffen. Für Schröder sieht es so aus, als würde sich ein eiserner Riesenkrake mit seinen Fangarmen um den Baum schlängeln. Dann hört er ein kurzes, ohrenbetäubendes Surren, und schon neigt sich die Zaubertanne und gleitet sanft zur Erde. Sechs orangefarbene Gestalten wuseln wie Ameisen um den am Boden liegenden Stamm herum und verschnüren die großen herabhängenden Äste mit einem Drahtgeflecht. Dann rollt der Krake mit dem Baum aus dem Wald.

Schröder ist wie vom Schlag getroffen. Er wischt sich die Augen. Träume ich, fragt er sich? Nur langsam begreift der Waldkauz, was da eben geschah. Die Männer konnten die stummen Schreie der Tanne nicht hören. Für Schröder waren sie dafür umso lauter. Albasol muss gerade Höllenqualen durchleben. …

Ende der Leseprobe!

Weitere Kapitel:

  • Albasol auf dem Weihnachtsmarkt
  • Albasol packt die Eitelkeit
  • Albasols Rettung

Ob Morgel sein Zauberbuch wiederfindet und wo dieses ominöse Drachenblut herkam, erfährst Du in einer der nächsten Geschichten, die sicher irgendwann einmal auch für Dich hier erzählt wird. Bleib voller Neugier!

Überarbeitung des Textes und Neugestaltung der Illustrationen am 03.08.2025.

Rund um die Morgelgeschichten:

Morgelgeschichten - Das GlossariumDie Morgelgeschichten - Die Abenteuer des Waldkoboldes Morgel und seiner Freunde von Jens K. CarlDie Morgelgeschichten - Die Zaubersprüche

Die Morgelgeschichten - Der Autor

Kaufmöglichkeit:

Morgelgeschichten - TaschenbücherDie Morgelgeschichten - Die Abenteuer des Waldkoboldes Morgel und seiner Freunde von Jens K. CarlDie Morgelgeschichten - Malbücher

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Die Morgelgeschichten - Morgel und die eitle Albasol

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4 Kommentare:

  1. „Morgel und die eitle Albasol“ entführt dich in einen verschneiten Winterwald am Komstkochsteich, wo die ehrwürdige Zaubertanne Albasol spurlos verschwindet. Morgel und seine Freunde nehmen die Spur auf und erleben dabei eine kindgerechte Krimihandlung voller Witz und Zauberei. Die Spannung steigt mit jeder Seite, während sich Schneeflocken auf den Krimskrams der verzauberten Bäume legen und das Herz vor Abenteuerlust höher schlägt.

    Jens K. Carl verwebt eine herzerwärmende Botschaft über Zusammenhalt und Freundschaft mit stimmungsvollen, farbigen Aquarell-Illustrationen, die jede Szene in winterliches Licht tauchen. Kurz, spritzig und dabei voller Wärme – dieses Weihnachtsmärchen eignet sich perfekt für festliche Vorlesestunden und als Geschenk unter dem Christbaum.

  2. Bert G. P. Tönnies

    „Morgel und die eitle Albasol“ ist der sechste Teil der Morgelgeschichten von Jens K. Carl. In diesem märchenhaften Werk entführt uns der Autor in den Thüringer Wald, wo Zaubertannen, Waldkobolde und jede Menge Abenteuer auf uns warten.

    Die Handlung dreht sich um eine uralte Zaubertanne, die aus dem Morgelwald gestohlen wird. Die Bewohner des Waldes sind erschüttert über den Verlust. Doch warum wurde die Tanne entführt? Was steckt hinter diesem rätselhaften Diebstahl? Die Antwort liegt in der eitlen Albasol selbst, einer zauberhaften Figur, die mit ihrer Eitelkeit und ihrem Charme das Geschehen beeinflusst.

    Es wird auch die Frage aufgeworfen, und darüber haben sicher schon viele sinniert, was ein Baum fühlt, wenn dieser als Weihnachtsbaum endet.

    Der Schreibstil von Jens K. Carl ist zauberhaft und einfühlsam. Er verwebt die Natur mit der Magie und lässt den Wald lebendig werden. Die Beschreibungen der Zaubertanne und ihrer Umgebung sind bildreich und entführen den Leser in eine Welt voller Geheimnisse und Wunder.

    Empfehlung: Für alle, die sich nach einem märchenhaften Abenteuer sehnen, das von Freundschaft, Verlust und der Kraft der Natur erzählt, ist „Morgel und die eitle Albasol“ eine wunderbare Lektüre. Tauche ein in die zauberhafte Welt des Thüringer Waldes und lass dich von dieser weihnachtlichen Morgelgeschichte verzaubern!
    Bert G. P. Tönnies

  3. Diese Morgelgeschichten sind wunderbar! Ich liebe es, meinem Enkelchen jeden Abend eine Geschichte vorzulesen. Es macht mich so glücklich! Sie sind so liebevoll und voller Fantasie geschrieben. Jede Morgelgeschichte enthält eine wertvolle Lektion und ermöglicht es so, über das Leben nachzudenken. Sie sind aufregend und fesselnd, mal bringen sie meinen Enkel und mich zum Lachen, mal kommen uns die Tränen und wir müssen weinen. Ich empfehle diese Morgelgeschichten jedem, der nach einem Weg sucht, seinen Kindern allabendlich eine fröhliche und lehrreiche Geschichte vorzulesen. Die Morgelgeschichten sind meine persönliche Lieblingslektüre geworden.

  4. Aus dem Leben eines Weihnachtsbaumes.

    Ein wunderbares, herzergreifendes Weihnachtsmärchen. Wer sich schon immer die Frage gestellt hat, wie sich ein Tannenbaum fühlt, wenn dieser als Weihnachtsbaum herhalten muss, kann hier die Antwort dazu finden. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, ist alles dabei, was die Gefühlswelt, nicht nur die des Menschen, zu bieten hat. Die Morgelgeschichte ist spannend, wie auch lustig erzählt. Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Sprache ist kindgerecht und einfach. Als Kulisse für den prächtigen Weihnachtsmarkt wurde vom Autor das, heutzutage leider verfallene, Barockschloss in Friedrichswerth, im Tal der Nesse gelegen, gewählt. Eine gute Wahl finde ich. Viel Spaß beim Lesen.

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