
Wir schreiben das Jahr 1044 n. Chr.
Ein junger Töpfersohn macht sich auf den Weg zum Wochenmarkt. Unterwegs beweist er Herzensgüte.
Die lebendigen Naturbeschreibungen und geheimnisvollen Andeutungen verleihen dem Märchen einen fast magischen Charakter. Ohne das Ende vorwegzunehmen, deutet sich an, wie Johannes sich dank seiner Tapferkeit und Güte zum „Fürsten des Waldes“ wandelt.

Autor: Jens K. Carl.
Illustrationen: Jens K. Carl.
Altersempfehlung: ab 5 Jahren.
Kleine Reihe: Johannes
Fortsetzung in: Morgel und die Geschichte vom jungen Fürsten (erscheint demnächst)
Kunstmaler Michael Thiem,
einen guten Freund, von dem ich viel gelernt habe.
Ebenso an die legendären Abende im U-Boot.
(*1938 – †2023).
Leseprobe:
Morgel und das Geheimnis des TöpfersjungenAllsonntäglich um die Mittagszeit finden sich zahlreiche Tierkinder in der Stube des Waldkoboldes Morgel ein, um gespannt einer seiner faszinierenden Geschichten zu lauschen. In der langen Zeit seiner Regentschaft als Fürst des Waldes hat der Kobold eine Menge erlebt und weiß viel darüber zu berichten. Mal etwas Lustiges, mal etwas Trauriges, mal etwas Freundliches oder auch mal etwas Gruseliges. Heute hat er sich dazu entschlossen, den Tierkindern vom Geheimnis des kleinen Töpfersjungen, namens Johannes, zu erzählen. Aufmerksam hören das Rehkitz, der Hundewelpe Paschinka, die Eichhörnchengeschwister Tammy und Yammy, die Frischlinge Molli, Ben und Ken, das Wiesel Enno, das Alpakafohlen Gian und der Bär Dinco zu. Allesamt haben es sich rund um das große Himmelbett bequem gemacht und spitzen gespannt ihre Ohren. Auch Keiler Karlo und der Lehrer Dachs haben sich in den Reigen der Zuhörer eingereiht. Der junge JohannesMorgel erzählt: »Es war einmal ein Menschenkind, es hieß Johannes. Der Junge wohnte mit seinen Eltern am Fuße eines Berges, auf dem eine Wallburg thronte. Die Familie lebte zusammen mit Bauern, Leinewebern, allerlei Handwerksleuten und einem Bader, welcher altersbedingt nicht mehr umherreisen konnte, in friedlicher Nachbarschaft. Die kleine Siedlung nannte sich Waltherishusin und lag nicht weit entfernt vom Komstkochsteich, mitten im Wald.« »Das muss doch gleich hier um die Ecke sein«, ruft Dinco dazwischen. »Die Menschen im Jahre 1044 waren rechtschaffen und gottgefällig. Sie konnten weder lesen, rechnen, noch schreiben. Deren Leben war von schwerer Arbeit, Armut, Hunger, Krankheit und Furcht vor Plünderungen und Gewalt geprägt gewesen. Die teils aus Stroh und Lehm gebauten Hütten waren kärglich und drohten nahezu bei jedem Sturm einzufallen. Sie dienten den Leuten nicht nur zum Wohnen, sondern auch als Stallung für das Vieh und als Lagerraum für Feldfrüchte und Futtermittel. |

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Wegen der hohen Abgaben, die sie stets leisten mussten, blieb vom Ertrag für die Bewohner nicht viel übrig. Das Wenige tauschten die Nachbarn untereinander oder sie boten es auf dem alten Handelsweg, der im Tal hindurchführte, feil. Hin und wieder trugen manche ihre Waren zum neuen Wochenmarkt, welcher jedoch weit entfernt lag.
Die Eintreiber des neuen Landgrafen, bis an die Zähne bewaffnete Halunken, listige Landstreicher und geächtete Raubrittersleute, die sich zu dieser Zeit in der Wallburg eingenistet hatten, waren unerbittlich. Sie rissen alles, was nicht niet- und nagelfest war, an sich, plünderten und brandschatzten. Ende der Leseprobe! Weitere Kapitel:
Wie Munk mit seiner neuen Aufgabe klarkommt, wer wirklich seine Vorfahren waren, welche Rolle die Waldfee dabei spielt und wie er den Halunken auf der Wallburg Beine macht, erfährst Du in der nächsten Geschichte, die sicher irgendwann einmal auch für Dich erzählt wird. Bleib voller Neugier! |

Kleine Reihe: Johannes
Fortsetzung in: Morgel und die Geschichte vom jungen Fürsten (erscheint demnächst)
Rund um die Morgelgeschichten:







Pingback:Episode 11: Morgel und das Geheimnis des Töpfersjungen – Edition Märchenhaftes Thüringen
Wunderbar und wertvoll.
Dankeschön für die Abwechslung
Spannend
„Morgel und das Geheimnis des Töpfersjungen“ ist ein märchenhaftes Abenteuer aus dem Thüringer Wald, das sich sowohl an Kinder als auch an junggebliebene Leser richtet. Der Autor, Jens K. Carl, entführt uns in eine Welt, in der ein armer Töpfersjunge eine außergewöhnliche Verwandlung erfährt.
Die Geschichte spielt im frühen Mittelalter, einer Zeit, in der die Menschen ums tägliche Überleben kämpfen. Der Töpfersjunge, furchtlos, hilfsbereit und schlau, wird von einer Waldfee belohnt und zu etwas ganz Besonderem gemacht. Diese märchenhafte Verwandlung führt zu einem spannenden Abenteuer, das den Leser in die Welt des Waldkoboldes Morgel und seinen Gefährten entführt.
Die Schattenriss-Illustrationen des Autors verleihen der Erzählung zusätzlichen Zauber. „Morgel und das Geheimnis des Töpfersjungen“ ist eine Geschichte, die die Fantasie beflügelt und den Leser auf eine magische Reise mitnimmt.
Die Morgelgeschichten sind eine wunderbare Ergänzung für alle, die Märchen, Abenteuer und eine Prise Magie lieben. Jens K. Carl hat mit diesem Buch erneut bewiesen, dass er ein begabter Geschichtenerzähler ist, der es versteht, Leser jeden Alters zu begeistern.
5 von 5 Sternen
So, mit allem Drum und Dran!
Der zweite Band der „Morgelgeschichten“ von Jens K. Carl ist die nahtlose Fortsetzung des Ersten. Er entführt uns erneut in den zauberhaften Morgelwald, welcher voller verwunschener Orte, geheimnisvoller Teiche und faszinierender Wesen steckt. Die sechs Kurzgeschichten sind nicht nur unterhaltsam, sondern vermitteln auch zentrale Botschaften über Mitgefühl, Solidarität und den Mut, für das Richtige einzustehen. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, die Natur zu achten sowie friedvoll und in Eintracht miteinander zu leben. Ich fühlte mich in eine Welt voller Wunder und Weisheit entführt. Aber Vorsicht, diese Geschichten sind nichts für Leute, die nah ans Wasser gebaut sind. Da gibt es Stellen im Buch, da sollte ein Taschentuch ganz in Deiner Nähe liegen. Ich sage nur: »So, mit allem Drum und Dran?«